She Wants Revenge
Broken promises for broken hearts


Kennt Ihr das? Man entdeckt eine Band zu einem Zeitpunkt, an dem sie noch ein absoluter Geheimtip ist und obwohl man ganz genau weiß, dass es dieser Act verdient hat, groß und bekannt zu werden, kann man sich nicht entscheiden, ob man das denn auch möchte. Seinen Schatz mit der Masse teilen, Aufgabe des elitären Geschmacks-Egoismus, Verlust des Besonderen. Nun, solcherlei Fragen dürften sich mittlerweile eh für nichtig erklärt haben, denn es ist in diesen Tagen wohl relativ schwer, an She Wants Revenge noch vorbei zu kommen, wenn man ein Faible für wave-lastige Musik hat, die außerhalb der sogenannten Gothic-Szene stattfindet.
Da die Gruftie-Gemeinde aber in der Regel immer etwas hinterher hinkt, was Neuentdeckungen betrifft, die einem nicht auf den Titelseiten der Mainstream-Goth-Gazetten böse entgegen gucken, macht es sicher Sinn, She Wants Revenge hier nochmal vorzustellen, damit am Ende niemand sagen kann, er hätte nichts davon gewusst. So, here we go.

Wer sind also She Wants Revenge? Oberflächlich betrachtet zwei ehemalige Hip Hopper, die jetzt Wave machen. Nett gesagt zwei alte Hasen im Musikgeschäft, die jetzt die Musik machen, die in ihrer frühen Jugend aktuell war. Justin Warfield (Gesang, Gitarre) und Adam Bravin (Keys, Programming) bilden den kreativen Kern der Band und lernten sich bereits 1987 kennen. Vorerst trennten sich ihre Wege jedoch wieder. Warfield ging nach London und kollaborierte unter anderem mit den Chemical Brothers und Placebo (von ihm stammt der Rap-Part im Song „Spite And Malice" auf deren „Black Market Music"-Album). Nach seiner Rückkehr in die USA wurde er Frontsänger der Breakbeat-Formation Bomb The Bass um Tim Simeon (später Produzent von Depeche Mode) und hatte später noch eine eigene Band, One Inch Punch, die es allerdings nicht über einen Achtungserfolg hinaus gebracht hat. Zwischenzeitlich etablierte sich Bravin als gefragter Remixer und DJ in der L.A.-Szene. Anfang dieses Jahrtausends trafen sich die beiden wieder und beschlossen, ihre gemeinsamen musikalischen Vorlieben dingfest zu machen. 2003 folgten dann ein Plattendeal bei Geffen Records und zahlreiche Konzerte in den Staaten, u.a. auch als Support für Bloc Party und Depeche Mode.
She Wants Revenge haben eine Platte aufgenommen, zu der man nach ihren eigenen Aussagen weinen, Sex haben, oder einfach aufstehen und tanzen kann. Es liegt also ganz an Euch, eine oder all diese Optionen auszutesten, denn Gesprächs- und Anregestoff bieten sicherlich auch die Texte von Justin Warfield, in denen es vornehmlich um Beziehungen mit Frauen geht. Nicht sehr originell, aber genau genommen, ist es wahrscheinlich genau das, was einen Mann zwangsläufig die meiste Zeit seines Lebens beschäftigt. Somit ist She Wants Revenge, auch wenn der Bandname das vielleicht vermuten lassen mag, nicht unbedingt Musik für Feministinnen, sondern dürfte eher jeden Typ mit dem Kopf nicken lassen, der viel über die Faszination des weiblichen Geschlechts und die damit manchmal verbundenen Problematiken sinniert. Macho-Musik also? Mitnichten! Nicht umsonst haben She Wants Revenge sehr viele weibliche Fans. Männer-Versteherinnen quasi.
Man darf gespannt sein, welches Geschlecht die Band mehr bezaubern wird, wenn She Wants Revenge am 25.7. im Knaack Club ihr erstes Konzert in Berlin geben!

Offizielle She Wants Revenge - Homepages (englisch: Link / deutsch: Link )
She Wants Revenge bei My Space (Link)


christian pommerening


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