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Arvika Festivalen, 14. - 16. Juli 2005 Alla Svenskar Har Fula Skor
 Dass da im Norden ein paar Länder sind - man ahnte es bereits. Atlanten wiesen ja vorsichtig darauf hin. Dass diese drei Länder zudem ebenso recht ansehnlich wie unterschiedlich sind - hui hui hui, das glaubt einem so schnell keiner. Klar, der kosmopolite Black Metaller trällert muntere Liedchen davon, wir Unsterbliche jedoch sind mindestens surprised.
Wasser gibt es da oben jedenfalls reichlich. Drumherum, irgendwie in die Festlandmassen reinschwappend, na ja, und Seen... - alter Schwede. Im Bier, was da oben nebenbei Öl heißt, übrigens auch. Teuer ist das vergleichsweise eigentlich nicht mehr, wenn man Sterni, Hansa-, Löwen- und Neptunpils, Pilsator, Ottweiler und Grafenwalder mal ausklammert, schmeckt aber so, als wüssten die Skandinavier nicht wohin mit all dem Wasser und panschten es in ihre Biere. Die Schweden haben, wohl auch deshalb, ihre berüchtigten Alkoholsteuern ordentlich gesenkt. Und die Zigaretten, um die Lebensmittelabteilung schließen zu können, kosten auch nicht mehr als hier.
Neben dem eher alternativen Hulsfred Festival, was dieses Jahr, zum Vergleich, von Nine Inch Nails, Frollein Manson, aber auch Tori Amos bespielt wurde, ist das Arvika dort oben zweifelsohne das zweite Open Air Highlight des Jahres.
Nachdem im letzten Jahr mit Kraftwerk, Skinny Puppy, Faithless, Wolfsheim, Keane und und und ein klein wenig übertrieben wurde, hielt man sich in diesem Jahr eher zurück. Folglich headlineten New Order und VNV Nation in munterer Eintracht mit Lars Vinnerbäck und Hakan Hellström, die hierzulande in der Größenordnung von etwa 20.000 wohl kaum ausreichen dürften. Die letztgenannten implizieren schon ansatzweise die Fülle einheimischer Bands.
Mein absoluter Favorit in dieser Hinsicht eröffnete gleich am Donnerstag Mittag das Festival. Was im Norden als SyntGoth verschubladisiert wird, verschleiert man in unseren Breiten über das Wörtchen Minimal. Slagsmalsklubben coren das dann noch etwas hard und rocken schlicht wie die Sau. Gesungen wird dazu nicht, nur live hält einer der Daddelfreunde stets ein Mikro in Kopfnähe um vermutlich schwedisches Rockposervokabular in die Menge zu fetzen.
Nicht annähernd so viele Menschen interessierten sich dagegen für die eigentlich fabelhaften Madrugada aus dem nahe gelegenen Norwegen. Ebenso wenig war der relativ kurze Auftritt aber auch belanglos. Diese Bemerkung muss man nach dem Zillodisaster von vor zwei oder drei Jahren einfach fallen lassen. Dort nämlich machten die Herrschaften so gar keinen Hehl aus ihrer Abneigung gegen Grufties und zerschrammelten überwältigend unmotiviert ihre kleinen Songperlen.
VNV Nation. Jeder weiß, dass man sich den Krempel, wenn überhaupt, besser auf CD reinleiert. . Wenigstens polterte Ronan Harris nach seinem Konzert umgehend auf das etwas später gestartete [S.I.T.D.] Konzert und schloss gemeinsam mit den Deutschen deren Show ab, indem man, scheinbar recht bleu, Never Let Me Down Again schmetterte.
Dagegen waren Welle:Erdball ein Fest. Bereits eine Viertelstunde vor deren Performance war kein Treten mehr möglich. Deutschland- und C64 Fahnen wurden geschwenkt, lautstark nach der Band geschrieen und jeder Knackser, der etwas zu basslastigen Anlage bejubelt. So was hat man noch nicht gesehen. Zweifelsohne für die Schweden der ultimative Knüller. (So ähnlich klingt übrigens der Schweden derberes Wort für die körperliche Liebe.)
New Order sind mir dreimal im Vorbeigehen aufgefallen, indem sie jedes Mal Joy Division-Songs spielten und dann mit Blue Monday, wohl in einer Extended Version, abschlossen. Ging so.
Die Laune aller Besucher kann man ganz ruhigen Gewissens als bestens bezeichnen. Weniger als gedacht waren voll wie Russenbusse und mehr als angenommen strahlten genau nichts von der offenbar eher als Legende zu verstehenden nordischen Kühle aus.
Noch kurz zur Schlagzeile. Nachdem ich den Einheimischen erklären musste, dass die Schweden offenbar ein Problem mit ihren Schuhen hätten, weil die eine Hälfte der Anwesenden völlig hinübere Chucks und die andere Hälfte Gummistiefel aller farblichen Ausrutscher trugen, wurde ich in Schwedisch unterrichtet. Zum einen sollte man, um als Schwede durchzugehen olle Botten tragen, ´nen billigen Kassettenrekorder mit sich herum schleppen und Öl trinken (wer hat aufgepasst?) und zum zweiten heißt das da oben ungefähr folgendes: Alle Schweden haben hässliche Schuhe. Hej da.
the dirkness
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