Morrissey - "Ringleader Of The Tormentors" in der Arena in Berlin am 17. Dezember 2006
Veni Vedi Vici - MOZ kam, sang und eroberte die Herzen!


Als warming up war Kristeen Young mit ihrer neuen Single "London Cry" geladen und ein leichtes Erwärmen ist auch erfolgt, aber was ein Segen ist, kann natürlich auch ein Fluch sein. Möchte man wirklich vor Morrissey spielen, der seine neue und radiotaugliche Platte "Ringleader of the Tormentors" im Gepäck hat? Kurz überlegt: und ich komme wohl auf ein sehr eindeutiges - Nein. In der Umbaupause wurden auf die in der Mitte der Bühne aufgehängte, leicht knittrige Leinwand u. a. ein römischer Grand Prix Eurovision-Beitrag und Songs mit "Twist and shout"-Charakter sowie Filmausschnitte mit James Dean projiziert. Nachdem die Leinwand niedergerissen und gefallen ist, enterte zuerst die Band (klassisch; Gitarre, Schlagzeug, Bass, Elektronik-Pult (Synthesizer, Keyboard etc.)) und dann der lang Herbeigerufene und Herbeigesehnte. Steven Patrick Morrissey kam, sah und bevor er die Herzen einnahm, küsste er den Boden der Bühne und bot sofort das wunderbare "Panic" dar. Wie in einem Sog wurde die Arena vom ersten Takt an vom charming Boy verzaubert und alle wollten einfach nur den "Jungen" glücklich sehen. Man mochte ihn einfach nur knuffen, denn so sanft wie seine Musik und Worte über die Wange streichelten und Mut zusprachen, wollte man ihm auch etwas zurückgeben. Verantwortlich für dieses Gefühl war auch die gut gemischte Songauswahl, die Altes mit Neuem scheinbar leicht verband, vom "Life is a Pigsty" zu "Girl in a Coma" und weiter über "How soon is now" zu "Irish Blood, english Heart" und "Everyday like Sunday". Und als bei "Let me kiss you" das Hemd vom 47jährigen gefallen war, bebte die Arena in Treptow. Zusätzlich wird es wohl immer ein Rätsel bleiben, wie schnell der lieb gewonnene MOZ seine Hemden wechseln kann, von braun zu blau, weiß, schwarz und dann wieder braun? Aber kleine Geheimnisse machen einen auch interessanter. Am Ende bleibt nur festzuhalten, dass er nicht wieder so lange auf sich warten lassen soll und vielleicht ist dann die Welt auch schon ein stückweit besser. Denn irgendwie kann ich es Morrissey wirklich glauben und darauf vertrauen, als er sang "In the Future when all's well", dass es irgendwann auch so sein wird.

Hilfestellung für die Weihnachtswunschliste:

Morrissey
Viva (1988)
Kill Uncle (1991)
Your Arsenal (1992)
Vauxhall And I (1994)
Southpaw Grammar (1995)
Maladjusted (1997)
You Are The Quarry (2004)
Ringleader Of The Tormentors (2006)

The Smiths
The Smiths (1984)
Hatful of Hollow (1984, Compilation)
Meat Is Murder (1985)
The Queen Is Dead (1986)
The World Won't Listen (1987, Compilation)
Louder Than Bombs (1987, Compilation)
Strangeways, Here We Come (1987)
Rank! (1988, live)
Best...I (1992, Compilation)
Best II (1992, Compilation)
Singles (1995, Compilation)
The Very Best of The Smiths (2001, Compilation)

Anna Johannes


coinscoil


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