Pink It Black - Das Trashcave-Party-Festival
Oder: Die 40 Stunden von Friedrichshain


Ganz bescheiden, wie man es kennt, begehen die dezent fehlgeleiteten pinken Schafe von Trashcave im August ihr fünfjähriges Bestehen. Beschaulich soll es zugehen, in kleinem Kreise - und etwa 40 Stunden lang. Nonstop. Nunhuman. Nonplusultra.
Sich mit Kleinigkeiten aufzuhalten war nie die Stärke des Berliner Kulturvereins und so geht es ordentlich in die Vollen, wenn es, gewohnt zielsicher "Pink It Black" heißt. Auf fünf Tanzfluren inklusive einer Rollschuhdisko, Außenflächen und wie bereits erwähnt vierzig Stunden lang bespektakelt die Mutter des Trash sich einfach selbst.
Die zum Teil bizarre Geschichte der wohl unregelmäßigsten Partyreihe wird dabei in einem Zeitraffer reflektiert werden, von den niedlichen Anfängen auf dem "Carneval Erotica", seinerzeit das notgedrungene Ausweichen von der geplanten, dann jedoch behördlich vereitelten "Fuckparade", der ersten Party im Prenzlauer Berger Acud (Anm.: Mitte! Thomas), über die wüsten Ausfälle wie der "Glamrock & Hippiefication Party" und dem "Rock'n'Roll Rodeo" bis hin zum bisher letzten Streich, der ersten "Trashcave Classic"-Party. Ganz klar wird sich hier selbst ein Denkmal gesetzt, welches selbstredend aus pinkfarbenem Plastik geklöppelt ist.
Neben einer kleinen, wie feinen Auswahl an Bands auch reichlich verschiedenster Stilrichtungen, werden - nicht kleckern, klotzen! - etwa vierzig DJs erwartet. Ein wenig die Loveparade unter den gruftigen Festivitäten also, darf man getrost mit dem Schlimmsten rechnen.
Bisher haben sich zunächst aus Berlin Plush Insane und The Spiral, die beiden Nachfolger der zu einigem Ruhm gekommenen The Chain r.i.p.angekündigt, wie die Leipziger Punk Waver von Monozid, einem 8köpfigen Monster vom Rhein, den Ska-Allüren und, man höre und staune All Gone Dead aus dem Vereinigten Königreich, sowie bereits ein Gros der DJs, die je so wahnsinnig waren, Trashcave das Händchen zu reichen oder das bei dieser Gelegenheit zu tun gedenken: Mark Splatter (Radio Ghoul School, L.A./Berlin), Ørlög (Duncker, Berlin), Christian P. (Skeletal Remains, Berlin), La Olaf Benita (Deathcave, Cottbus), Thomas P. (Mauerstadtmusik, Berlin), Knüpfi (Randbewegung, Leipzig), Warholy (Silverfactory, Dresden), Udo Uferlos (Miserere, Würzburg), M., (Lunatic Goth Asylum, Bremen), der Etoile-Mitarbeiter und „Sentimentale Jugend"liche Sascha Meyer, noch so einige weitere und natürlich die Trashcave Allstars.
Klar, dass bei all dem die skurrilen Highlights fernab der Tanzflächen nicht fehlen dürfen und sich der Fitness Gruftie wieder dem Sport hingeben darf und soll. Man erinnert sich zu gut an leicht verkaterte oder wieder angesäuselte Iros an Volley- oder Federballnetz oder dem gottlob nahezu unfallfreien „Trashcave On Ice" - Kunstlauf. Pendant also die schon erwähnte Rollschuhdisko. Frisch und frei und am Tage und nicht allein der zu erwartenden Outfits wegen wird es auch ein Aerobic-Workout geben. Geschmacklich abgerundet und der Wertung eines anderen Berliner Szene Promis entsprechend - "Es gibt halt Dinge, die sich nur Trashcave erlauben kann." - ein tatsächlich auch tagfüllendes Programm. Vom seit langem überfälligen Iro-Contest und dem gleichermaßen endlich eine klaffende Lücke schließenden Goth/80s-Karaoke, über Spielcasino, das Trashcave Museum, dem Survival For the Trashest-Stand, dem Beauty Bitch Beach, der 80s Frühstückslounge und der Knutschecke bis hin zur Trash-Wedding-Kapelle wird wirklich keine Peinlichkeit ausgelassen werden, wie es so aussieht. Die pinkfarbene Zuckerwatte wird ebenso erhältlich sein, wie eine bereits ordentlich Anzahl an Schlafplätzen und, um den Rest der eventuell doch auch ein paar Minuten das Auge zudrücken Wollenden gerecht zu werden, eine Schlafplatzbörse auf Link. Der Homepage entnehmt Ihr bei Bedarf auch den Anfahrtsweg und die umliegenden Hostels sowie weitere noch zu erwartende Specials und weitere Highlights. Wenn das nichts ist.


the dirkness


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