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Vision & Wahn Lesung jeden ersten Sonntag im Monat im Duncker (Berlin)
 "Vision & Wahn" ist Textwerk, inszeniert, untermalt, entfremdet und kombiniert mit dem, was uns die moderne Medienwelt zu bieten hat bzw. auferlegt. Ein lyrischer Aufschrei oder rhythmische Prosa, egal, es werden Botschaften transportiert- als eine Art Brief, als Hörbuch, als Dancetrack- aber natürlich auch als "normale" Lesung. Keine Grenzen. Die Grundlage sind Werke aus eigener "Feder". (Natürlich dürfen Autorinnen und Autoren auch "sprechen lassen".) Musikalische Darbietungen müssen GEMA-frei sein. Alle Aktiven haben die Möglichkeit, während der Veranstaltung, eigene Publikationen (Bücher und andere Medien) provisionsfrei zum Verkauf anzubieten.
Inhaltlich mag das Verlautbarte sich in die quietschbunte Welt des Überflusses nicht so ganz eingliedern wollen, wirkt zuweilen düster, apokalyptisch und alptraumhaft, jedoch lassen die meistens selbst sprechenden Autoren ihren "Visionen" durchaus Lösungsansätze folgen. Zumindest steht beim Hören nicht lähmende Betroffenheit und Kopfschütteln auf dem Plan und man kann sicher sein, daß manche Gastautoren andere Assoziationen für "Vision und Wahn" einbringen, Satirisches, Kabarettistisches aufführen werden. Am besten kann man immer noch über sich selbst lachen, wenn man glaubt, daß man nicht gemeint ist...
"Vision & Wahn" ist also ein Projekt, das, neben Rezitation und Lesung, auch Texte mit verschiedenen Medien vereinigen will. Dabei geht es nicht um das Spielen mit äußeren Formen, vielmehr sollen für den Umgang mit den Worten, Welten und Botschaften neue Möglichkeiten der Deutung und des Ausdrucks einfließen. Unterschiedliche Medien leisten unterschiedliche Dinge. Es gibt Lesenswertes, Hörenswertes und Sehenswertes... Lyrische Beiträge sollen vertont, Texte visualisert werden, was sowohl als statisches Bild, als Ausstellung oder als Video geschehen kann. Diese "Weiterverarbeitung des Textes" wird zuweilen eine "Erweiterung der Botschaft" und wird sowohl von den Autoren selbst , als auch von anderen Personen umgesetzt. Letzteres ist dann auch ein Experiment mit "Be part of the art", jener Aufforderung, die sich eigentlich erübrigt, da die Interaktion des Unbeteiligten mit dem Werk (oh welch` kühne Behauptung) zwangsläufig ein Teil von Kunst ist. Die Betrachtung verändert das Werk. Die sich ständig wandelnden, immer aufdringlicheren Medien machen diesen Umstand nicht automatisch sichtbar, aber ihre rasante Entwicklung eröffnet sehr viele Möglichkeiten.
Vision & Wahn sucht, für die Gestaltung der Lesungen im Duncker, Autoren, Künstler, auch Musiker, Instrumentalisten, die sich berufen fühlen, an der Bestellung dieses doch sehr weiten Feldes mitzuarbeiten. Vision & Wahn soll, neben den Lesungen in Berlin und anderswo, auch Veröffentlichungen realisieren.
V&W
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